Beteiligung als soziale Frage
Eine neue Analyse aus dem Stark im Land-Kosmos ist jetzt online. Am 10. Juni wurde in Dresden live vor Publikum diskutiert: Junge Menschen wollen mitreden – und tun es längst: auf der Straße, in der Schule, online, im Verein, in der Feuerwehr, im Jugendclub. Woran es oft fehlt, ist nicht ihr Interesse, sondern die verlässliche Antwort darauf. Genau das ist der Ausgangspunkt der neuen Analyse Beteiligung als soziale Frage, die ab sofort als Themenseite online ist.
Die Analyse bündelt aktuelle Studien zu den Lebensbedingungen junger Menschen in Deutschland. Ihr zentraler Befund: Ob Kinder und Jugendliche Anerkennung, Selbstwirksamkeit und echte Mitbestimmung erleben, hängt stark davon ab, woher sie kommen, wo sie aufwachsen und welche Ressourcen ihr Umfeld hat. Die ungleichen Startchancen junger Menschen lassen aus sozialer Ungleichheit politische Ungleichheit werden.
Der vielleicht wichtigste Punkt: Es fehlt jungen Menschen nicht an Motivation oder politischem Interesse, sondern an Gelegenheiten, die tatsächlich etwas bewegen und genügend Ressourcen, um sich wirksam einbringen zu können…
Ein Befund zieht sich durch das ganze Paper: Beteiligung ist ungleich verteilt, weil ihre Voraussetzungen sozial ungleich verteilt sind – und je anspruchsvoller eine Beteiligungsform wird, desto sozial selektiver fällt sie aus. Wer sich engagiert, tut das selten aus dem Nichts. Dahinter stehen Zeit, sozialer Rückhalt und ein stabiles Umfeld, aber auch Erreichbarkeiten und Mobilität, finanzielle und psychische Ressourcen. Nathalie Neumann, die in Zittau den CSD organisiert, hat das an ihrer eigenen Anfangszeit beobachtet: „Als ich angefangen habe, mich zu engagieren, waren wir eine kleine Gruppe – und eigentlich alle aus relativ stabilen Verhältnissen. Das zeigt schon, wer überhaupt die Möglichkeit hat, sich einzubringen.“
