Mann? – Frau? – Mensch!

In der deutschen Sprache war es üblich, das generische Maskulinum zu benutzen. Diese Konvention ist ein Produkt einer patriarchalen Gesellschaft, die das Maskulinum zum Universellen erklärt. Damit werden patriarchale Machtstrukturen bestätigt und erneuert.

Vermutlich sind sich die meisten darüber einig, dass wir nicht mehr in einer Gesellschaft leben wollen, in der Machtverhältnisse und Chancen vom Geschlecht abhängen. Das Verändern von sprachlich üblichen Formen trägt dazu bei, auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen und bisherige Normen in Frage zu stellen. 

Wir brauchen also eine Alternative zum generischen Maskulinum, damit unsere Sprache möglichst viele Menschen gleichermaßen repräsentiert.

Wir möchten mit unserer Sprache diese Entwicklung fördern, indem wir Partizipien und das generische Femininum verwenden. Während Partizipien geschlechtsneutral sind, inkludiert das generische Femininum weitgehend die männliche Form. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir damit explizit auch alle Menschen einschließen, die sich keinem der zwei biologischen Geschlechter zugehörig fühlen. Die Verwendung von “Damen und Herren”, “Bürger und Bürgerinnen” etc. spricht zwar explizit Männer und Frauen an, schließt aber andere Geschlechter nicht mit ein und bläht die Sprache unnötig und unvollständig auf.

Artikel 3,2 des Grundgesetzes ist ziemlich eindeutig: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Das sollte sich auch in der Sprache niederschlagen.

Nach Jahrtausenden patriarchaler Strukturen ist es an der Zeit, diesen Bewusstseinswandel für die Gleichstellung aller Geschlechter auch sprachlich voranzubringen. Die Verwendung des generischen Femininums bringt nach unserem Verständnis die bewusste Verwendung geschlechtsspezifischer Sprache zum Ausdruck und soll damit zum Nach- und Umdenken anregen.

Das generische Femininum wird nur angewendet, wenn alle Geschlechter angesprochen werden sollen. Bei Einzelpersonen wird selbstverständlich das Geschlecht verwendet, dem sich die Person zugehörig fühlt.

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