Was hielt Heinrich Böll vom Grundeinkommen?
Anlässlich des 28. Böll-Forums NRW zum Thema „Von Polykrisen zu Polylösungen“ [1] hat die KI die Frage nach Heinrich Bölls Einstellung zum Grundeinkommen beantwortet:
»Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass Heinrich Böll sich ausdrücklich zum modernen Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens geäußert hat. Das Konzept wurde in seiner heutigen politischen Form erst nach Bölls Tod 1985 breiter diskutiert.
Aus Bölls Schriften und politischen Positionen lässt sich aber eine gewisse Nähe zu einzelnen Grundgedanken ableiten:
- Er kritisierte eine Gesellschaft, in der der Wert eines Menschen vor allem an Besitz, Einkommen und beruflicher Leistung gemessen wird.
- Er wandte sich gegen Armut, soziale Ausgrenzung und die Reduzierung des Menschen auf seine ökonomische Verwertbarkeit.
- Zugleich romantisierte er Arbeit nicht pauschal: In einem häufig zitierten Text bezeichnete er Arbeit als „rein“, weil sie dem Lebensunterhalt diene – das spricht eher für eine ambivalente als für eine klar grundeinkommensfreundliche Haltung.
- Seine Kritik an Konsumgesellschaft, sozialer Ungleichheit und ungerechten Eigentumsverhältnissen passt teilweise zur emanzipatorischen Begründung des Grundeinkommens.
Kurz gesagt: Böll war vermutlich offen für die soziale und menschenwürdebezogene Intuition hinter einem Grundeinkommen, aber die Behauptung, er habe das bedingungslose Grundeinkommen ausdrücklich befürwortet, wäre historisch nicht abgesichert. Die heutige Heinrich-Böll-Stiftung hat später ausführlich über das Grundeinkommen diskutiert; diese Positionen sind jedoch nicht automatisch Bölls eigene.«
[1] siehe https://calendar.google.com/calendar/embed?src=bgefanclub%40gmail.com&ctz=Europe%2FBerlin
